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In diesem Buch wird gezeigt, dass Theodor W. Adorno und Cornelius Castoriadis ein Gesellschaftsverständnis begründet haben, das die Unabgeschlossenheit der Gesellschaft reflektiert und zugleich ihre innewohnenden Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt. Ein solches Verständnis wird als Theorie disgruenter Gesellschaft bezeichnet. Adorno hat diese Herangehensweise vor allem in seinen Vorlesungen und philosophischen Schriften entwickelt, während er in der konkreten soziologischen Gegenwartsdiagnose zu einem antifunktionalistischen Funktionalismus neigt, der sich in der totalen Integration des Subjekts finalisiert. Demgemäß ist es Castoriadis, der dieses sozialtheoretische Modell, das bei Adorno in Grundzügen angelegt ist, vervollkommnet.
Castoriadis, so wird argumentiert, hat mit seinem Konzept der offenen Totalität ein theoretisch tragfähiges Konzept der disgruenten Gesellschaft vorlegt, das einen dritten Weg zwischen der ökonomisch-funktionalen Gegenwartsdiagnose der älteren Kritischen Theorie und der gesellschaftsvergessenen Neuausrichtung der Kritischen Theorie bei Habermas und Honneth bietet. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Castoriadis die kritische Gesellschaftstheorie Adornos fortführen und systematisch weiterentwickeln kann.
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