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Die spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Medizin verortet Einbildungskraft und Sexualität im Spannungsfeld zwischen Körper und Seele. Vielfach wird dabei die Pathologie der Sexualität auf Störungen der Imagination zurückgeführt. Die Einbildungskraft gewinnt eine die Wirklichkeit pathologisch prägende Kraft, die sich sowohl leiblich-humoraler als auch seelisch-geistiger Prozesse bemächtigt.§Die Beiträge des Bandes, die aus Anglistik, Germanistik und Romanistik sowie Kunst- und Medizingeschichte stammen, untersuchen die Frage, inwiefern spezifische Ausprägungen des Einbildungsvermögens pathologische Spielarten der Sexualität hervorbringen. Dies wird anhand von Fallbeispielen zu der je unterschiedlich wahrgenommenen Sexualität von Frau und Mann demonstriert. Das weite Untersuchungsfeld umfasst Themen wie das sogenannte "Versehen" der Mütter oder die Nymphomanie, die männliche Onanie und den Priapismus.§Der Band versammelt die Erträge eines internationalen Kolloquiums, das im Mai 2002 von der DFG-Forschergruppe "Imagination und Kultur" am Institut für Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet wurde.
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