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Für Ola Hansson war Nietzsche als Dichter und Philosoph ein Rebell und Revolutionär. Die Nietzsche-Lektüre half ihm, die Lebenskrise nach dem Skandal um Sensitiva amorosa zu überwinden; das Prosapoem Ung Ofegs visor (1889), Ola Hanssons persönliche Zarathustra-Dichtung, ist auch eine Abrechnung mit feige schweigenden Freunden. Ola Hansson hat sich von Nietzsche stimulieren und inspirieren lassen; ein Epigone war er nicht. Die in diesem Band enthaltenen Essays Friedrich Nietzsche und Friedrich Nietzsche und der Naturalismus sind in hohem Maße Zeitdokumente. Der erste Essay von 1889/1890 skizziert Leben und Werk und feiert den deutschen Denker in einer zum Teil hymnisch-pathetischen Sprache. Der zweite Beitrag (von 1890) verdeutlicht, sachlicher im Ton, die Gegenposition Nietzsches zu den vorherrschenden naturalistischen Strömungen der Zeit. Ola Hansson war der erste überhaupt, der nicht nur den Rang Nietzsches erkannte, sondern auch versuchte, dessen Auffassungen systematisch zu verstehen und darzustellen. Hier liegt uns eines frühes Zeugnis einer unbefangenen Nietzsche-Rezeption vor: ein Blick, der uns heute durch die ideologischen Debatten vieler Jahrzehnte verstellt ist.
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