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Wintersonne beginnt mit dem Militärputsch gegen Salvador Allende am 11. September 1973 in Chile. Was zunächst wie ein historischer Roman erscheint, entwickelt sich zu einer bewegenden Familiengeschichte über vier Generationen von Frauen, über Verlust, Migration und die Suche nach Identität.Die besondere Stärke des Romans liegt in seiner ruhigen Erzählweise. Nicht die politischen Ereignisse stehen im Mittelpunkt, sondern die Menschen: Karl Winter, seine Frau Sayén und vor allem Antü, die Jahre später den Spuren ihrer Familie folgt.Im Verlauf der Handlung verschiebt sich der Fokus zunehmend von der Politik hin zu Fragen von Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit. Besonders eindrucksvoll ist Antüs Reise zu ihrer Großmutter Ayelen. Die Spiritualität der Mapuche wird dabei weder erklärt noch romantisiert, sondern erscheint ganz selbstverständlich als Teil der Lebenswelt der Figuren.Auch die Dialoge überzeugen, weil viele zentrale Themen wie Exil, Erinnerung und Versöhnung zwischen den Zeilen sichtbar werden. Am stärksten ist Wintersonne dort, wo der Autor seinen Figuren vertraut und beobachtet, statt zu erklären. So entsteht ein politischer und zugleich persönlicher Familienroman, dessen leise Botschaft von Vertrauen, Verbundenheit und dem Finden der eigenen Wurzeln lange nachwirkt.
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