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Das Wilhelminische Zeitalter stand im Brennpunkt des "Aufbruchs in die Moderne". Wie verstanden der evangelische Pfarrer und liberale Politiker Friedrich Naumann (1860-1919) und seine politischen Freunde und Mitstreiter den stürmischen gesamtgesellschaftlichen Wandel in jener Zeit? Wie wurde die Deutung des Prozesses politisch ausgedrückt?Im Zentrum der Untersuchung stehen die Zukunftserwartungen des Naumann-Kreises und deren Rolle für sein politisches Handeln. Die Deutung des damaligen Modernisierungsprozesses schlug sich vor allem in den politisch-sozialen Zukunftsvorstellungen des Kreises nieder.Analysiert werden einerseits die Inhalte der Zukunftserwartungen. Dabei handelt es sich um Krisenerwartungen wie auch um Utopiebilder, d. h. Wunschbilder für eine ideale Gesellschaft. Bei der Untersuchung all dieser Zukunftserwartungen wird auch deren jeweilige zeitliche Tiefe erkennbar gemacht.Andererseits untersucht der Autor die verschiedenen Aspekte eines politischen Handelns, das darauf gerichtet war, die tiefe Kluft zwischen der bisherigen Erfahrung und der Zukunftserwartung zu überbrücken. Hier geht es also um Diagnose- und Prognoseverfahren, um die strategische Entscheidungsfindung sowie die Agitationen der Utopie. Diese themenübergreifende Untersuchung widmet sich also den konkreten Handlungsprozessen, mit denen eine erhoffte Zukunft verwirklicht und eine schreckliche vermieden werden sollte.
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